[Aufruf] Liebt euch!


Ich bin keine aktive Buchbloggerin mehr, aber ich möchte etwas loswerden: Meine Meinung von "außen" bezüglich der Facebooker/Blogger-Debatte. Ich werde mich auf keine Seite stellen - ich persönlich finde, dass beide Seiten im Recht und Unrecht sind, schwarz und weiß sehe ich nicht.

Hätte ich momentan nicht so unfassbar viel Zeit, würde ich mir gar nicht die Mühe hier machen, denn ich habe gar keine Ahnung, ob mein Post all den Aufwand wert ist.
Doch hier ist er. Ein Appell an euch alle.

Ich weiß, dass man als Mensch eher die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten zwischen sich und den anderen Gruppierungen sieht.
Ihr seht momentan tagtäglich in den Nachrichten, was so etwas auslöst - natürlich ist dies mit den bücherliebenden Gruppierungen fast gar nicht zu vergleichen, doch wisst ihr, worauf ich hinaus möchte?
Legt euren Schwerpunkt doch viel lieber auf die Gemeinsamkeiten, das, was euch verbindet: Bücher!

Liebe Facebooker,
die Blogger möchten einen festen Begriff haben und "bestehen" auf den Ursprung des Namens. Habt Verständnis, denn Blogs waren sehr viele Jahre lang... nun ja, einfach Blogs. Und wenn auf einmal alles umgekrempelt wird, was man jahrelang aufgebaut hat und was schon ewig zum Alltag gehört - das Bloggen in seiner ursprünglichen Art, dann kann man auch verstehen, dass das viele Alteingesessene verunsichert und skeptisch macht.
Reagiert nicht aggressiv, seid nicht eingeschnappt. Ich kenne kaum unfreundliche Blogger, es ist selten, dass euch jemand auf persönlicher Ebene kritisieren will.

Liebe Blogger,
eigentlich brauche ich bloß auf meine Sätze paar Zeilen weiter oben verweisen.
Tatsache: Social Media-Seiten werden heute auch als "Blogs" genutzt. Na klar, man findet die Beiträge danach kaum wieder und sowieso muss man sich dabei keine wichtigen HTML- und CSS-Kenntnisse aneignen (die hunderte Blogger bereits an den Rand der Verzweiflung gebracht haben - aber hinterher ist man stolz wie Oskar gewesen. Also ihr immer noch, ich nicht mehr, deswegen die Vergangenheitsform ;-) ), aber man muss es doch so sehen: die Facebooker haben eine ganz neue Einstellung den Lesern gegenüber. Und das ist nicht falsch, sondern einfach anders. Ich bin mir sicher, dass ihr das auch alle so seht, nur muss man das Thema vielleicht mit etwas mehr Fingerspitzenfühl anfassen. Wenn ich permanent ein "Also das ist kein Blog, denn ein Blog zeichnet sich durch dieses und jenes" zu hören bekäme und ich nicht wüsste, was alle von mir wollen, dann wäre ich vermutlich auch irgendwann bissig und genervt.

Liebe Facebooker, liebe Blogger, liebe Büchersüchtigen,
ihr habt euch jetzt gegenseitig so einmal richtig hochgeschaukelt und angefeindet. Ich habe mehr Reichweite - Ich habe einen professionellen Blog - diesdasananas. Ganz normal bei so vielen Menschen, aber jetzt ist auch genug. Es liegt in eurer Hand, ob ihr es jetzt zu richtigen "Gruppierungen" kommen lasst... Die einen, die anderen. Klingt nicht wirklich schön, oder?

Habt euch doch lieb, nähert euch an, ihr seid letztendlich eine Gemeinschaft! Wenn man nur etwas überlegt.. man hätte dermaßen tolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit! Eine Weile gab es doch Partnerblogs.. Warum nicht Partner-Bookers? Eine Facebookseite und eine Blogseite, die miteinander eng in Verbindung stehen. Und wenn man dann noch weiter überlegt...

Ich sehe so großes Potenzial in euch - ergreift diese Gelegenheit und hört auf mit den Anfeindungen. Schluckt den Stolz herunter und schreibt doch mal den jeweiligen anderen an: "Hey, ich hab da so eine Idee. Hättest du Lust auf..."

Kein Hass. Kein Neid. Keine Beleidigungen (würdet ihr gewisse Dinge auch sagen, wenn ihr der Person gegenüber steht?). Andere Meinungen akzeptieren und Diskussionen meinetwegen diskutieren, aber nicht zu persönlich nehmen.

Ich könnte jetzt noch ewig schreiben - ist ja irgendwie so üblich bei uns, wenn ein brisantes Thema aufkommt - doch das möchte ich NICHT. Es gab schon genügend Diskussionen.

Ich verschwinde dann mal wieder auf meine einsame Insel.
Ach nein, bin ja über Winter auf dem Festland. ;-)

P.S.: Rechtschreibfehler und Co. dürft ihr gerne behalten, auch wenn ich sonst sehr penibel in solchen Dingen bin. Ich bin müde (macht mein Post überhaupt einen Sinn oder ist das alles nur in meinem Kopf?), ich bin traurig über die derzeitige Atmosphäre bei den Buchliebenden und ich will einfach das Gute in euch in den Vordergrund rücken. Bitte, bitte, bitte. Und wenn das hier überhaupt nicht gelesen wird... dann habe ich es zumindest versucht.

[Blogpause] Ein Jahr lang Insulanerin


Moin, moin!

Seit gestern, dem 31.07., bin ich auf der Insel Borkum gestrandet. Momentan versuche ich mich ein wenig zurecht zu finden. Ich werde hier ein Jahr lang ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen und auf Kinder aufpassen, die in der Mutter-Kind-Klinik auf Kur sind. 

Ich habe ein wunderbares kleines Appartement und fühle mich bisher pudelwohl. Allerdings bleibt bei einem Vollzeitjob nicht viel Zeit zum Lesen. Besonders, wenn man schon auf der Suche nach einer Ausbildung fürs nächste Jahr ist. ;)

Also wundert euch nicht, dass ich "Büchersturm" vorerst aufs Eis lege. Vielleicht habe ich nach dem FSJ ja auch keine Lust mehr aufs Bloggen (ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird, aber man weiß ja nie) und der Blog bleibt länger oder gar immer geschlossen, aber ihr werdet mich auf jeeeden Fall erreichen können!

Ich bin täglich auf Instagram: deniz_buechersturm 
Ich besitze Facebook.
Ich besitze Twitter. Nun ja, okay, über Twitter solltet ihr es nicht versuchen. Da bin ich nur alle paar Wochen, haha. :D 
Ich besitze einen E-Mail-Account, den ihr unter "Über mich" findet. 

Wenn ihr Fragen zum FSJ und meinem Leben hier habt, dann könnt ihr mir sehr gerne schreiben! 

Mit maritimen und sonnigen Grüßen
Deniz

Zurück in die Kindheit - Mit Büchern sowie in der Realität

Heute hat mich ein neunjähriger Nachbarsjunge an die Hand genommen und mich zurück zur Kindheit geführt. Zwar mussten wir noch auf meinen einjährigen Neffen aufpassen, aber... Stück für Stück bröckelte meine Erwachsenenmaske ab und ich bekam diese typisch glänzenden Kinderaugen, die die Welt noch ganz anders betrachten.
Ich hatte eine schicke schwarze Hose an und mein neues Kragenshirt. Eine perfekte Rüstung, um Kindsein und Blödsinn zu vermeiden.
Aber Blödsinn ist toll, also:
Auf den Asphalt setzen, mitten auf den Parkplatz.
Auf den Spielplatz gehen. Schuhe und Socken ausziehen. Hose hochkrempeln. In die Sandburg springen.
Ärger kriegen. Eine Sandschlacht anfangen.
Sand in den Haaren haben.
Wenn der Junge mit diversen Erzählungen prahlt, ihn bewundernd nach Einzelheiten fragen.
Sich gegenseitig Wunden und Narben zeigen.
Fußball spielen. Er zeigt Tricks, ich hingegen bin froh, wenn ich den Ball treffe.
Und dann Kuchen essen.
Kuchen essen und die Welt vergessen, wie ein Theaterstück so schön hieß.

Und jetzt sitze ich hier, tippe diese Zeilen und habe Sehnsucht nach mehr. Der kleine Bruder vom Nachbarsjungen kam am Abend mit einem weißen Nachthemd zurück zum Spielplatz. Soll ich es jetzt auch wagen mit meinem Clownspyjama? Aber da wird jetzt eh keiner mehr sein, die richtigen Kinder schlafen schon (auch, wenn der Junge behauptet hat, dass er noch nicht schlafen gehen muss - die geschlossenen Rollos sprechen für sich). 

Also habe ich überlegt...
Was habe ich als Kind gelesen? 
Welche Bücher haben mir für eine Weile ein Stück Kindheit zurückgeben können?
Ich habe keine typischen Bücher, die meine Mama mir vorgelesen hat. Jedenfalls erinnere ich mich an keine. Wenn die eigene Mutter sich selbst die deutsche Sprache beigebracht hat, ist das mit dem Vorlesen auf Deutsch ohnehin eher suboptimal. Sie hat die Sprache praktisch zeitgleich mit mir gelernt. Aber so ganz bücherlos bin ich nicht aufgewachsen.

Unterteile ich meine Kindheit in Etappen, gibt es mehrere Phasen: 
1. Die Barbie-Zeitschriften-Zeit. 
Ich hatte über dreißig Barbies, einen Zug, ein Schloss, zwei Autos (oder waren es drei?) und bestimmt noch ganz viel Kleinkram. Die Zeitschriften waren immer wieder eine Freude für mein prinzessinendurchtränktes Gehirn. 
2. Die Diddl-Zeitschriften-Zeit.
Oh ja, Diddl. Den Ordner, den man in den Ranzen gequetscht hat und durch den ich bestimmt die heutigen Rückenprobleme bekommen habe. Aber die Rückenprobleme sind nicht das Einzige, das mir Diddl geschenkt hat: auch die Kunst zu Feilschen beherrsche ich Dank dieser Maus nun ganz gut. Aber das große A4-Blatt damals war wirklich mehr als zwei kleine Blätter wert, da habe ich das Mädchen wirklich nicht abgezockt! 
3. Das langsame Herantasten ans Bücherlesen.
In der Schule haben wir "Der kleine Eisbär" gelesen, mein erstes richtiges Buch. Wenn ich daran denke, wie viele STUNDEN wir daran gelesen haben und dass ich das Buch nun in wenigen Sekunden durchgelesen habe, ist das schon ein extremer Kontrast. 
Ich habe mir in der zweiten Klasse einen Büchereiausweis geholt und die "Fünf Freunde"-Bücher so sehr geliebt, dass ich wöchentlich mit 15er-Stapeln nach Hause ging. Jap, die Reihe war schnell zu Ende. 


Generell würde ich sagen, dass man sich mit allen Kinderbüchern ein Stück Kindheit  zurückholen kann. Aber wenn man schon groß und erwachsen ist, hat man doch gewisse Ansprüche. Ich persönlich mag es, wenn die Bücher kindlich geschrieben sind, aber doch eindeutig tiefgründig und zugleich sehr fantasievoll gestaltet sind. 
Hier kann ich statt Büchern lieber Autoren nennen: Astrid Lindgren, Michael Ende, Thomas Brezina, Enid Bleyton, Roald Dahl, ... Alle haben einen Stil, die mich als Leserin wieder jünger werden lässt. 

Wie sieht es mit euch aus? Lasst ihr euch noch gerne in die Kindheit führen - mit Hilfe von Kindern oder durch Bücher? Oder ... vielleicht durch beides?

Gelesenes im Juni

Der Juni hat mich ganz und gar verblüfft - und zwar durch das Wetter. Ich bin es absolut nicht gewohnt, solch eine Hitze in Deutschland zu erleben. Nicht, dass ich zu den Nörglern gehöre, ich habe die Sonne täglich mich einem strahlenden Lächeln belohnt. Hoffentlich wird der Juli und August genauso heiß wie die Wochen zuvor... Da kommt wohl meine südländische Ader durch.

Während mich das Juniwetter überraschen konnte, kann ich das vom Juni-Lesemonat weniger behaupten:


1. geaddet, gepostet, Webfail!: Die peinlichsten und lustigsten Facebook-Einträge - Nenad Marjanovic [1 Eule || keine Rezension]
2. My Book of Life by Angel - Martine Leavitt [4 Eulen || keine Rezension]
3. Lillesang: Das Geheimnis der dunklen Nixe - Nina Blazon [4 Eulen || keine Rezension]
4. Mein Herz und andere schwarze Löcher - Jasmine Warga [5 Eulen || keine Rezension]


5. After love - Anna Todd [4 Eulen || keine Rezension]
6. 70 Tage unter der Erde - José Henriquez [3 Eulen || keine Rezension]
7. Open Minds: Gefährliche Gedanken - Susan Kaye Quinn [3 Eulen]
8. Schattentraum: Hinter der Finsternis - Mona Kasten [4 Eulen || keine Rezension]

Gelesene Bücher: 8
Gelesene Seiten: 3086

Das Buch von Webfail ist ganz eindeutig mein absoluter Flop des Monats. Ehrlich gesagt habe ich auch mit nichts anderem gerechnet - dort stehen selbst die langweiligsten Statuseinträge drinnen, während man online wenigstens die Einträge so sortieren kann, dass man die von der Community als gut bewertete Einträge liest.
"After love" hingegen konnte mich positiv überraschen - meiner Meinung nach ist dies der bisher beste Band der "After"-Serie. Das liegt einfach an meinen weiter heruntergeschraubten Erwartungen und an einer wirklich erkennbaren Verbesserung in Hardins und Tessas Verhalten. Zwar ist die Serie immer noch fanfiktionmäßig und sehr leicht, aber was anderes erwarte ich hier auch nicht.

Mein absolutes Monatshighlight ist "Mein Herz und andere schwarze Löcher". Ich habe mit einem oberflächlichen Jugendbuch gerechnet, doch das Buch ging mir richtig unter die Haut und konnte mich voll und ganz mitreißen - ganz große Leseempfehlung!

Der Juli wird bei mir etwas stressig: der Führerschein will noch gemacht werden, ehe es am 31.Juli nach Borkum geht. Theorie ist überstanden, nun steht die praktische Prüfung am Montag aus. Zudem suche ich noch nach einem (möglichst dualen) Ausbildungsplatz, da ich bereits für die Zeit nach meinem FSJ planen muss. So langsam spüre ich auch eine gewisse Aufregung auf das kommende Jahr.

Was habt ihr diesen Sommer noch vor? Geht es bei euch in den Urlaub oder seid ihr auf Balkonien?

Liebe Grüße
Deniz

[Rezension] "Open Minds: Gefährliche Gedanken" - Susan Kaye Quinn


Wenn jeder Gedanken liest, kann ein Geheimnis eine gefährliche Sache sein. Die sechzehnjährige Kira Moore ist eine Null, jemand der weder Gedanken lesen, noch von anderen gelesen werden kann. Nullen sind Außenseiter denen man nicht vertrauen kann, weswegen sie auch keine Chancen bei Raf hat, einem normalen Gedankenleser und ihr bester Freund, in den sie heimlich verliebt ist. Als sie aus Versehen die Kontrolle über Rafs Verstand übernimmt und ihn dadurch beinahe umbringt, versucht Kira ihre unheimliche, neue Fähigkeit vor ihrer Familie und dem zunehmend misstrauischer werdenden Raf zu verbergen. Aber sie verstrickt sich in ihren Lügen und wird immer tiefer in eine geheime Unterwelt voller Gedankenkontrollierer gezogen. Den Verstand all derer zu kontrollieren, die ihr am Herzen liegen, ist dabei nur eine von vielen gefährlichen Entscheidungen, die noch vor ihr liegen.
Bücher, die in der Zukunft spielen und die technische Neuheiten beinhalten, können mit ellenlangen Beschreibungen schnell überladen wirken und im Lesefluss stören. Diese Sorge hatte ich auch bei "Open Minds", doch sie war unbegründet: Quinn findet ein gutes Gleichgewicht zwischen futuristischen Beschreibungen und der Story selbst - auch wenn der Beginn eher das Gegenteil verspricht und doch ein wenig lang gezogen wirkt.

Insgesamt erscheint mir der Anfang etwas langatmig, und das lag hauptsächlich an der Protagonistin Kira. Kira gehört zu der Minderheit der Gesellschaft, die keine Gedanken lesen und auch nicht von anderen Menschen gelesen werden kann. Somit gehört sie nicht zu den zufriedensten Menschen und hat deutlich mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Teilweise waren ihre Stimmungsschwankungen anstrengend zu lesen, aber wenigstens nachvollziehbar. Was mich hingegen mehr gestört hat, war ihr Verhalten anderen gegenüber, das sie in meinen Augen unglaublich unsympathisch gemacht hat.

Jetzt kommt aber das große ABER: Spätestens ab der Hälfte hat sich die Geschichte komplett gewandelt. Es geschehen Dinge, die so unfassbar spannend sind, dass ich das Buch nicht weglegen konnte. Ich habe die Luft angehalten und gebangt und gehofft. Diese Wendung schlug bei mir doppelt und dreifach zu, da der erste Teil von "Open Minds" sehr seicht und liebeslastig ist. Kira verändert sich zum Positiven und ist nicht mehr blass und unscheinbar, weshalb ich mich (zum Glück!) noch mit ihr anfreunden konnte.

Doch nicht nur die Story und Kira wandeln sich sehr stark, auch der Schreibstil wird viel besser. Während die Sätze anfangs etwas holprig sind, ändern sich die Formulierungen auf eine Art und Weise, die mich zusätzlich in die Welt von Kira gezogen haben.
Ich bin wirklich überrascht, dass sich "Open Minds" so stark wandeln konnte, dass ich den zweiten Teil am Stück gelesen habe!

Zugegeben: Ich hatte mit "Open Minds" einen schwierigen Start. Mir erschien das Gesamtpaket der Story etwas unstimmig und, nicht zu vergessen, hatte ich riesige Probleme mit der Protagonistin Kira.
Zum Glück hat Quinn es mit der Zeit noch geschafft, das Potenzial ihrer futuristischen Story und der Idee des Gedankenlesens viel mehr zu nutzen. Da die Geschichte ab der Hälfte sehr gut wird, bin ich mir sicher, dass die Folgebände der Trilogie noch besser werden. Denn Luft nach oben hat "Open Minds" auf jeden Fall!
 
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